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Legenden 02: Gibt es Geister? von Sabine Siebert

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01.10.2018 12:53
von Evelucas • 219 Beiträge | 445 Punkte




aus dem Vorgängerforum SchreibElan durch Evelucas hier her übernommen.
Artikel Jänner 2018, geschrieben von Sabine Siebert.



Gibt es Geister?
Ein kleiner Beitrag für Leser mit starken Nerven


Diese Frage, liebe Leserinnen und liebe Leser kann nur jeder für sich selbst beantworten. Denkt ihr dabei an Filme wie „Shining“ von Stephen King oder an den „Poltergeist“ von Spielberg, der versucht Carol Anne, die jüngste Tochter der Familie zu entführen? Oder an die Ghostbusters? Diese Geister gehören in die Kategorie „Erfundene Geister“. Da gibt es die Klassiker wie „The Canterville Ghost“ von 1887 von Oscar Wilde. Selbst der Geist von Jacob Marley, der Ebenezer Scrooge in Charles Dickens Weihnachtsgeschichte erscheint, gehört dazu.

In modernen Gesellschaften hat der Glaube an Geister und Übersinnliches zwar nachgelassen, die Beschäftigung damit aber nicht. Dies geschieht heute meist in Form von Filmen und Büchern. Geister, Monster und Aliens sind ein wichtiger Teil der Popularkultur geworden. Psychologisch gesehen können gruselige Filme und Romane dabei helfen, irrationale Ängste in einem gesicherten Rahmen auszuleben. Die Katharsis-Hypothese geht davon aus, dass der Zuschauer eines gewalttätigen Horrorfilms seine eigenen Aggressionen abbaut.

Laut Online Focus werden drei von vier Deutschen im Laufe ihres Lebens Zeuge eines paranormalen Phänomens. Häufig erscheinen den Betroffenen verstorbene Angehörige. Tatsächlich zeigte eine repräsentative Umfrage, dass fast drei Viertel der deutschen Bevölkerung mindestens einmal im Leben etwas Außergewöhnliches erleben, das sich im weitesten Sinne der Parapsychologie zuordnen lässt. Das können merkwürdige körperliche Erscheinungen sein, aber auch außerkörperliche Erfahrungen oder Einwirkungen auf die persönliche Umgebung.

Paranormale Phänomene meist Geistererscheinungen
Ein Großteil der Berichte handelt von Geistererscheinungen. Meist werden die Geister in Kirchen, Klöstern und alten Anwesen gesichtet, ebenso auf Friedhöfen, an Kriegsschauplätzen und anderen Orten mit einer großen oder unheimlichen Vergangenheit.

Da gibt es z.B. Geister in einer Geisterstadt, Silver Cliff in Colorado, USA. Diese Erscheinungen treten seit 1880 bis heute auf.
Im Jahr 1880 wurde im Gebiet Wet Mountain Valley in Colorado eine Silberader entdeckt. Monate später war dort eine Stadt mit mehr als 5000 Einwohnern entstanden. Schnell war das Silbervorkommen erschöpft, die Männer zogen weiter. Innerhalb einer Generation verringerte sich die Bevölkerung auf 100 Einwohner. Somit gab es weniger Lebende als Tote auf dem Friedhof, auf einem Hügel oberhalb der Stadt. Von Anfang an gab es Berichte über seltsame Erscheinungen auf dem Friedhof.
Bereits im Gründungsjahr sahen Schürfer schwache blaue Lichter. Auch andere Bewohner erzählten von diesen Lichtern. Doch viele Jahre lang war es nicht mehr als eine Legende, bis 1956 ein Artikel in der Wet Mountain Tribune erschien. Die Geschichte verbreitete sich und tauchte 1967 in der New York Times auf. Daraufhin erschienen Touristen in der Gegend. Einige behaupteten ebenfalls diese Lichter gesehen zu haben. Zwei Jahre später schrieb Edward J. Linehan, stellvertretender Herausgeber der Zeitschrift National Geographic einen Artikel über seine Erlebnisse.
Am Abend seiner Anreise fuhr der Einheimische Bill Kleine mit Linehan zum Friedhof. Sobald die Scheinwerfer des Wagens ausgeschaltet waren, rief der Mann: „Da sehen Sie? Und da drüben.“ Linehan sah schwache runde Flecken von blau-weißem Licht. Als er ein paar Schritte nach vorn tat, verschwanden die Lichter, wurden dann aber langsam wieder stärker. Er leuchtete mit seiner Taschenlampe dorthin, aber der Lichtstrahl zeigte nur einen alten Grabstein. Die nächste Viertelstunde verfolgten die Männer das Leuchten über den ganzen Friedhof, konnten aber keine Erklärung finden. Kleine sagte, viele Leute würden die Erscheinung als Spiegelung der Lichter von Silver Cliff und vom nahe gelegenen Westcliff abtun, aber Linehan berichtete, die beiden Kleinstädte seien viel zu weit entfernt für einen solchen Effekt. Außerdem bestand Kleine darauf, dass er und seine Frau das Leuchten schon gesehen hatten, wenn der Nebel so dicht war, dass man die Städte nicht sah.

Kommentar:
Eine ganze Reihe von Theorien wurde ins Feld geführt, um die Geisterlichter zu erklären. Als Westcliff später mit Quecksilberdampflampen ausgestattet wurden, hieß es, dieses Licht würde auf dem Friedhof gespiegelt. Aber zur Zeit des Besuchs von Linehan waren diese Lampen noch nicht installiert. Einmal als ein Stromausfall in der Stadt sämtliche Lichter ausgehen ließ, war das Leuchten auf dem Friedhof trotzdem zu sehen. Eine weitere Theorie besagte, die Lichter würden durch Radioaktivität verursacht. Untersuchungen mit einem Geigerzähler ergaben allerdings nichts. Einige Leute meinten, die Lichter würden durch Leuchtfarbe, die Scherzbolde auf die Grabsteine gestrichen hätten, verursacht. Aber auch dafür ließ sich kein Beweis finden. Möglicherweise handelt es sich um Irrlichter im Moor, die durch spontane Entzündung von Methangas aus verrottendem Material entstehen. Aber die Lichter erscheinen nicht nur über frischen Gräbern und die Toten auf diesem Friedhof sind längst verwest. Eine ganz andere Erklärung wurde von dem Anthropologen Dale Ferguson entwickelt. Er meinte, die Cheyenne und andere amerikanische Ureinwohner hätten ihre Toten auf Hügeln bestattet, die den Geistern heilig waren. Manchmal, wenn ein Schamane gewusst hätte, dass sein Tod nahte, habe er sich zum Totenhügel begeben und dort hingelegt, bis seine Seele fortging. Und einige indianische Sagen, so Ferguson, erzählen in diesem Zusammenhang von blauen Geisterlichtern. Die alten Bewohner von Silver Cliff jedoch haben eine andere Erklärung. Sie sagen, die blauen Lichter seien die Grubenlampen längst verstorbener Schürfer, die immer noch verzweifelt nach Silber suchen.

Menschen spüren verstorbene Angehörige
In anderen Fällen verspüren Menschen, die ihren Partner oder ein Familienmitglied verloren haben, dessen Anwesenheit, oder sie sehen den Verstorbenen sogar regelrecht körperlich. Dies kann kurz nach dem Ableben sein, aber auch noch Jahre später. Viele Betroffene hatten das Gefühl, der oder die Tote wollte ihnen nochmals Lebewohl sagen.

Dazu gibt es auch ein Beispiel: Das Bild des Captain Towns, ein Bericht von Charles Lett. In Cranbrook nahe Sydney. Am 5.April 1873 starb Charles Letts Schwiegervater, Captain Towns, in seinem Haus. Etwa 6 Wochen später betrat seine Tochter in Begleitung einer gewissen Miss Berthon gegen 21 Uhr eines der Schlafzimmer. Als sie in das Zimmer ging, in dem man das Gaslicht hatte brennen lassen, sahen sie auf der polierten Schranktür das Bild von Captain Towns.
Lett berichtet: „Es war nur ein Brustbild – Kopf, Schultern und Oberarme – wie bei einem Medaillon-Portrait, aber in Lebensgröße. Das Gesicht wirkte eingefallen und bleich, so wie es vor seinem Tod ausgesehen hatte. Er trug die graue Flanelljacke, in der er so oft geschlafen hatte. Die beiden Frauen waren überrascht und ein wenig erschrocken. Zunächst dachten sie, das Portrait sei in dem Zimmer aufgehängt worden und spiegele sich nun in der Schranktür. Aber so ein Portrait existierte nicht. Während die beiden noch dastanden, kam Mrs. Letts Schwester Sibbie ins Zimmer und noch bevor eine der anderen was sagen konnte, rief sie auch schon: „Du lieber Himmel, da ist ja Papa!“ Eins der Hausmädchen, das gerade vorbeikam, wurde herbeigerufen. Als die Frauen sie fragten, ob sie in der Schranktür etwas sehe, rief sie: „Oh Miss, das ist ja der alte Herr!“

Captain Towns alter Leibdiener Graham wurde ebenfalls dazugerufen und auch er sagte sofort: „Oh, der Herr sei mir gnädig, das ist ja der Captain, Mrs. Lett!“ Man rief auch noch den Butler und das Kindermädchen, und alle konnten sie den Captain erkennen. Schließlich holte man Mrs. Towns. Sie ging mit ausgestreckten Armen auf die Erscheinung zu, als wollte sie sie berühren, aber als sie mit der Hand über die Schranktür fuhr, verblasste das Bild und erschien nie wieder, obwohl das Zimmer in der Folgezeit dauernd bewohnt war.
„Das sind die Fakten“, schrieb Mr. Lett. „Und sie lassen keinen Zweifel zu. Die Zeugen wurden nicht beeinflusst, man stellte ihnen allen dieselbe Frage, als sie ins Zimmer kamen, und sie antworteten ohne Zögern. Es war reiner Zufall, dass ich das Bild nicht sah. Ich war nämlich im Haus, hörte aber nicht, dass man mich rief.“

Kommentar:
Besonders bemerkenswert an diesem Bericht ist, dass nicht weniger als sieben Personen die Erscheinung sahen und erkannten. Mrs. Lett erklärte deutlich, das sämtliche Zeugen das Bild unabhängig voneinander sahen, ohne dass die anderen, die sich bereits im Zimmer befanden, etwas dazu gesagt hätten. Die Erscheinung in Form einer Spiegelung ähnelt anderen Fällen, in denen geisterhafte Gestalten in einem echten Spiegel zu sehen waren. Der Bericht sagt nichts darüber aus, ob Captain Towns in den letzten Tagen vor seinem Tod Schmerzen oder Ängste durchlitten hatte. Das wäre immerhin eine Erklärung für sein Auftauchen. Aber es könnte auch sein, dass sein Geist nach seinem Tod noch immer in der Nähe war und sich nun endgültig verabschiedete.

Unglück von geliebten Menschen erspüren
Eine zweite Kategorie ist die Wahrnehmung von Ereignissen, die eine noch lebende, dem Betroffenen nahe stehende Person betreffen. Immer wieder wird die Geschichte des Soldaten angeführt, der im Krieg angeschossen wird. Zum Zeitpunkt der Verwundung sah ihn seine Frau zu Hause plötzlich mitten im Raum stehen. Als sie ihn ansprach, antwortete er nicht und verschwand kurz darauf ebenso plötzlich wie er erschien.

Spuk und Poltergeistphänomene können über Jahre anhalten
Daneben tritt der Spuk als weit verbreitetes paranormales Phänomen auf. Betroffene berichten über eine plötzliche Kältewelle im Raum, die sie erschauern ließ, oder sie hatten das Gefühl, andere Personen seien anwesend und beobachten sie. Oft bleiben Uhren zeitgleich stehen, während Bilder an den Wänden schief hängen oder herunterfallen. Fernseh- oder Radiogeräte schalten sich ein, Stühle oder andere Möbelstücke verschieben sich in Räumen. Es können Steine fliegen, Wasserlachen entstehen oder es ertönen Geräusche sowie Stimmen.
Bei Poltergeistphänomenen können zudem Gegenstände zu Bruch gehen. Spuk ist zumeist harmlos, abgesehen vom Wüten eines Poltergeistes. Er kann kurzfristig auftreten, aber auch über viele Jahre hinweg anhalten. Oft stehen diese Ereignisse in Zusammenhang mit bestimmten Personen und sind zumeist an einen bestimmten Ort gebunden. Manchmal, wie bei der „weißen Frau" in den Spukschlössern, hält solch ein Spuk aber auch über Generationen an.

In seinem Buch „Gespenster, Geister, Phänomene", schreibt Brian Innes über Geister vergangener Jahrhunderte, Spukhäuser, freundliche und böse Geister, Erscheinungen und Gespenster. Die Texte in dieser Kolumne stammen größtenteils aus diesem Buch, der Web-Seite „Die Welt des Paranormalen“ (WdP), Planet Wissen, dem Internet allgemein und Wikipedia.

Für mich ein spannendes und interessantes Thema, das auch zu neuen Schreibideen inspiriert. Es gibt noch eine Vielzahl merkwürdiger Fälle von denen verschiedene Beobachter berichten. Wenn euch das Thema interessiert und ihr mehr davon lesen wollt, hinterlasst uns eine Information in unserem Gästestüberl oder gleich hier als Kommentar. Dann kann es eine Fortsetzung geben. Außerdem interessiert mich, wie ihr es mit dem Glauben an Geister so haltet.

Herzlichst eure
Sabine

Zu diesem Thema finden sich in unseren einzelnen Autoren-Kolumnen noch so manch weitere spannende Artikel.
Hier noch mehr Links:

* Geheimnisse, Sabine Siebert-Kolumne
* Gruselzeit Teil 1, A.C. Greeley Kolumne (Pulverdampf & Feenstaub)
* Gruselzeit Teil 2, A.C. Greeley Kolumne (Pulverdampf & Feenstaub)


zuletzt bearbeitet 01.10.2018 13:15 | nach oben springen

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